
Die Geschichte des Hafnerhofes(verfasst von Josef NUART sen. im Januar 2009) Die ersten Aufzeichnungen über den Hafnerhof stammen aus dem Jahre 1783. Es handelt sich hierbei um die Übertragungsurkunde der „Hafner Keuschen“ aus dem Besitz des Grafentums Christalnigg an Valentin Neuarth.
In der Zeit von 1780 bis heute lebten 8 Generationen der Familie auf dem Hafnerhof. In dieser Zeit hat sich vieles verändert. Zum Beispiel, was den Namen der Familie betrifft. In alten Aufzeichnungen scheinen zwei Veränderungen des Namens von Neuarth in Nouart und bald darauf in Nuart auf. Eine sehr kritische Zeit für die Familie erfolgte, als zum Beginn des 20 Jh. der Hof beinahe versteigert werden musste, aufgrund des frühen Todes des damaligen Besitzers, dessen Kinder noch minderjährig waren und so für jedes ein Erbteil hinterlegt werden musste. Um diese Erbteile zu hinterlegen musste die Mutter einen Kredit aufnehmen, der den Betrieb in hohe Schulden trieb. Am Ende konnte die Familie den Hof aber doch behalten und so ist der Hof noch heute im Besitz der Familie Nuart. Baulich hat sich natürlich auch vieles getan. Von den heute bestehenden Gebäuden wurden beinahe alle erst in den letzten 50 Jahren erbaut. Nur der Stall ist schon in den 40er Jahren entstanden und wurde im Jahre 1990 durch einen Zubau erweitert. Die ältesten Mauern des Hofes sind über 200 Jahre alt, dies sind einige Grundmauern der heutigen Käserei , die mit großer Wahrscheinlichkeit noch Teile der damaligen „Hafner Keuschen“ darstellen. Dieses Gebäude diente bis in die 70er Jahre als Wohnhaus und wurde erst Ende der 80er Jahre zur Käserei umfunktioniert, als mit der Schafskäseproduktion begonnen wurde. Das aktuelle Wohnhaus wurde 1971 erbaut und 1996 mit einem Zubau erweitert. Der Betrieb wurde in der letzten Generation im Nebenerwerb geführt und erst in den 90er Jahren versuchten wir mit der Schafhaltung und Käseproduktion eine Möglichkeit zu finden, den Betrieb trotz der vergleichsweise kleinen Fläche im Vollerwerb zu führen. Die Vorgeschichte(verfasst von Margit NUART im Januar 2009) Bis 1971 wurde unsere kleine Landwirtschaft von den Schwiegereltern im Vollerwerb geführt, man hatte von allem ein wenig und Arbeit sehr viel. Als die Schwiegereltern ein neues Wohnhaus bauen wollten, wurde zur Einkommensverbesserung vom Schwiegervater ein Nebenerwerb aufgenommen. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1993 war er in der Chlorfabrik in Brückl angestellt. Mein Mann hat nach der landwirtschaftlichen Fachschule eine Schlosserlehre absolviert (die Landwirtschaft erschien nicht vollerwerbsfähig) und er war bei der Kärntner Landjugend aktiv. Diese Zeit hat ihn persönlich sehr geprägt und in ihm auch das Wertbewusstsein für ein Leben als „freier Bauer“ geweckt. Als wir 1983 geheiratet haben, waren wir noch einige Jahre außerlandwirtschaftlich berufstätig. Unser Betrieb liegt sehr schön gelegen, fernab von großen Straßen und Industrien, frei von Lärm und anderen Belästigungen, sodass der Wunsch in uns immer größer wurde, nicht mehr zur Arbeit fortpendeln zu müssen. ![]() Die Idee der MilchschafhaltungBei den Vorbereitungen zur Landwirtschaftsmeisterprüfung hat Ing. Heinz Jury (Schafzuchtreferent der Landwirtschaftskammer) mit seinem Vortrag den Grundstein zur Idee Milchschafhaltung als Nischenproduktion für unseren kleinen Betrieb gelegt. Das war 1985, und es folgten viele Diskussionen in der Familie und im Bekannten- und Verwandtenkreis bis die Idee immer mehr zur Vision wurde, die wir Schritt für Schritt weiterverfolgten. Die Vision war:
Wir haben ganz klein begonnen mit 5 Milchschaf – Muttertieren die wir 1986 von einem Bauern in der Nähe von Friesach erwarben. Mitbekommen haben wir von der Bäuerin auch das erste Rezept Schafkäse herzustellen. Der mühsame aber sehr spannende BeginnMühsam war er, weil wir kein Wissen über Schafe hatten und bis auf ein Rezept auch keine Ahnung von der Milchverarbeitung. Ich habe bei meiner Ausbildung zum Beruf Landwirtschaftslehrer und –berater zu dieser Zeit darüber kein Wissen erworben. Nun haben wir Kurse besucht, Betriebe besichtigt und ausprobiert. Unser Vorteil war der kleine Beginn, so konnten wir Lernen ohne große Verluste. Mit jedem noch so kleinen Erfolg waren wir motiviert weiterzumachen, unsere kleinen Einnahmen haben wir sofort wieder investiert und gelebt haben wir noch von unseren parallel ausgeübten Berufen außerhalb des Betriebes. So ging es einige Jahre bis die Milchschafhaltung ein Ausmaß angenommen hatte, welches schon unsere gesamte Arbeitskapazität erforderte. Nach und nach gaben wir unsere Berufe auf und gingen 1991 zurück zum „Vollerwerb am Bauernhof“. Ein mutiger Schritt, den wir bis heute nie bereut haben. In wenigen Jahren haben wir diesen Betriebszweig auf etwa 70 Schafe ausgeweitet und wir sind wieder an Grenzen gestoßen. Diese waren unsere Arbeitskapazität und unser kleines Flächenausmaß, welches zu wenig Futtergrundlage für die Tiere bot. ![]() Nun galt es wieder grundsätzliche Entscheidungen zu treffen – sollten wir Mitarbeiter anstellen und zupachten oder gibt es andere nachhaltigere Alternativen, die mehr Lebensqualität bieten und weniger Risiken bergen? Die Betriebspartnerschaft mit HandschlagqualitätDie gute Lösung haben wir in einer Betriebskooperation gefunden, die wir 1995 mit Familie Hans und Irmgard Köstinger gebildet haben. Wir haben nun die Arbeitsbereiche auf beide Betriebe aufgeteilt. Der Partnerbetrieb hat die Mutterschafe übernommen, damit die Haltung und Fütterung der Tiere sowie die sorgfältige Melkarbeit. Dies bildete die gute Voraussetzung für uns, aus dieser hochwertigen Schafmilch unsere umfangreiche Produktpalette an Schafmilchprodukten herzustellen und unseren Kunden anzubieten.
Beinahe 15 Jahre alt ist diese Partnerschaft geworden, sie ist in dieser Zeit in vielerlei Hinsicht gewachsen
Wir waren in dieser Zeit so manchesmal mit Herausforderungen konfrontiert, einmal betraf es die Gesundheit der Tiere, dann wieder unsere eigene. Manchmal hat auch die Natur Grenzen gesetzt. Alle diese Schwierigkeiten haben wir zusammen gemeistert. Dafür möchte ich mich im Namen unserer Familie sehr herzlich bei Familie Köstinger bedanken und auch für die Freundschaft, die im Laufe der Jahre daraus erwachsen ist und die, wie ich mir wünsche, noch weiterhin Bestand haben wird. Unsere betriebliche Kooperation in der Milchschafhaltung jedoch endet in diesem Jahr. Bei Familie Köstinger ist das Betriebsstandbein Obstanbau, -veredelung und -vermarktung in den letzten Jahren ebenso kontinuierlich gewachsen, so dass es immer mehr Zeit und Raum beansprucht. Zusammen mit der arbeitsintensiven Milchschafhaltung stoßen sie nun an Grenzen, was vor allem die Arbeitsbelastung betrifft. Aus diesem Grund haben sie uns gebeten nach einem neuen Partner Ausschau zu halten. Der neue PartnerbetriebDas war keine leichte Aufgabe für uns. Und daher sind wir sehr glücklich darüber, dass wir mit Familie Widrich diese bewährte und einzigartige Partnerschaft mit Handschlagqualität fortsetzen können. ![]() Auf ihrem Hof am Haberberg (zwischen Griffen und dem Granitztal) haben Sie einen großen Rundholzstall mit einer modernen Melkanlage errichtet, dort ist die Milchschafherde im Jänner 2009 eingezogen. Seit Beginn der Schafkäsesaison 2009 kommt die Schafmilch nun von ihrem Betrieb, den wir hier genauer vorstellen!
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